Godspeaker 03 - Die Tyrannin by Karen Miller

Godspeaker 03 - Die Tyrannin by Karen Miller

Autor:Karen Miller [Miller, Karen]
Die sprache: deu
Format: azw3, epub, mobi
Tags: Godspeaker
Herausgeber: vampyrella
veröffentlicht: 2014-09-11T22:00:00+00:00


ZWANZIGSTES KAPITEL

»Zandakar?«, fragte Vortka. Seine Stimme war ein Flüstern, sein Körper zitterte von Kopf bis Fuß. »Zandakar, träume ich?«

Er versuchte zu lächeln, seine Kehle war wie zugeschnürt. Hier stand Vortka, sein Freund aus Kindertagen, der Mann, der ihn gerettet hatte, als Yuma ihn hatte töten wollen, als Dimmi ihn hatte töten wollen. Sein Gesicht war tief gefurcht, seine Augen waren unendlich erschöpft, aber er war trotzdem Vortka.

»Nein, Hoher Gottessprecher. Ich bin hier, der Gott hat mich hergebracht. Wir haben viel zu besprechen, der Gott hat mich beauftragt, seinen Willen auszuführen.«

»Zandakar«, sagte Vortka und zog ihn in eine erdrückende Umarmung. »Aieee, der Gott möge mich sehen, du bist nach Hause gekommen.«

Noch nie im Leben hatte Vortka ihn umarmt, nie hatte der Hohe Gottessprecher seinen Namen weinend gesagt. Etwas Kaltes, Hartes in ihm brach, und er hielt Vortka fest wie ein Ertrinkender in einem Meer aus Trauer oder Glück.

Schließlich ließ Vortka ihn los und trat zurück. Seine Gotteszöpfe waren silbern, so silbern wie seine Gottesglocken. »Du bist nicht tot, der Gott hat mir gesagt, dass du lebst.«

»Nein, ich bin nicht tot, ich bin sicher im Auge des Gottes«, entgegnete er. Aieee, tze, es war gut, in der Sprache seines Volkes zu sprechen, die Musik Mijaks floss wie Wein. »Der Gott hat mich beschützt, Vortka, es war eine Reise!« Dann drehte er sich um und bemerkte das erstaunte Gesicht des Novizen Banto. »Hoher Gottessprecher, dieser Junge darf jetzt nicht hier sein, er darf sich nicht daran erinnern, dass ich zu dir gekommen bin.«

Vortka schüttelte den Kopf. »Nein, das darf er nicht.«

Er trat schnell vor, fasste Banto an den Schultern und drückte ihm eine Hand auf die Wange. »Vergiss, Novize Banto, lass den Gott diese Nacht von dir nehmen.« Hitze und Licht loderten unter Vortkas Hand auf. Der Novize schrie leise auf, und seine Augen verdrehten sich.

»Hör auf damit!«, schrie Friemelsam. »Tust du ihm weh? Tötest du ihn? Hör sofort damit auf.«

Zandakar drehte sich um. »Wei, Friemelsam, Vortka wei wehtun oder töten.«

»Was ist das?«, fragte Vortka verblüfft, während die Macht aus seiner Berührung verebbte. »Mit wem sprichst du, Zandakar? Was für eine seltsame Sprache ist das?«

»Schicke diesen Novizen fort, Vortka«, sagte er. »Dann werde ich es dir erzählen. Ich habe viel zu sagen.«

Vortka starrte tief in die glasigen Augen des Novizen. »Kehre zu der stillen Zeit in den Straßen von Jatharuj zurück, Banto. Du bist ins Gotteshaus gekommen, um mir von nächtlichen Fledermäusen zu erzählen, du hast befurchtet, sie seien ein Omen, du hast gedacht, ich solle es wissen. Ich habe dir erklärt, dass es nichts zu fürchten gebe, Fledermäuse sind Fledermäuse, sie sind keine Dämonen.«

»Fledermäuse sind Fledermäuse«, murmelte Banto. »Sie sind keine Dämonen.«

»Der Gott möge dich sehen, Novize Banto«, sagte Vortka und klopfte dem Jungen auf die Schulter. »Der Gott möge dich in seinem Auge sehen, während du in der stillen Zeit dienst.«

»Der Gott möge dich sehen, Hoher Gottessprecher Vortka«, erwiderte der Novize Banto, aus dessen Zügen alle Furcht verschwunden war. Das leuchtende Mal von Vortkas Macht schimmerte wie Mondlicht auf Wasser, dann sank es in seine Haut hinein.



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